Moderne Rosen

sind Rosen, die nach 1960 gezüchtet wurden. 'Modern' bedeutet jedoch nicht mehr zwingend 'aktuell'. Die Rose als Kulturpflanze hat beginnend nach dem 2. Weltkrieg in den 70er und 80er Jahren des 20 Jahrhunderts eine Hochblüte erlebt. Moderne Rosen hatten als Züchtungsziel die edle Teehybriden-Form, intensive oder neue Farbigkeit, Blattgesundheit und Blühfreude. 

Zum ersten Mal war es möglich, mit ein und der selben Pflanze den ganzen Sommer über eine farbige Gestaltung in Parkanlagen und Gärten zu erreichen. Die Moderne Rosen sind somit Kinder des Wirtschaftswunders und des Fortschritts mit all seinen Schattenseiten. Durch den höheren genetischen Anteil der Rosa chinensis hatten diese Rosen meisten kaum mehr Duft und vertrugen das europäisch-kontinentale Klima nicht, gedüngt und gespritzt wurde alles chemisch und die Rosen bekamen unter Gärtnern einen schlechten Ruf als besonders pflegebedürftig. Die perfekte Rose als Aushängeschild des geschulten Gärtners kurbelte die Wirtschaft jedoch weiter an. Rosenlizenzen gelten noch immer 25 Jahre und können ein weiteres Mal auf 25 Jahre verlängert werden.

Seit 1952 Wird in Baden Baden (Deutschland) jedes Jahr eine Goldene Rose der besten, der eingereichten Neuzüchtung verliehen und die Stadt rühmt sich als 'heimliche Rosenhauptstadt' Europas. Rosengärten und Parks wurden in den 70er und 80er Jahren des 20 Jahrhunderts neu angelegt oder vergrößert. In Österreich besteht noch der Doblhoffpark in Baden, doch der Rosentourismus lässt nach. Rund um den Donauturm wurden die Rosenbeete nach dem Millenium gegen Gräser und Stauden ausgetauscht.

Doch in der Hochzeit der Rose erschienen die ersten Rosenlexika in Farbe für die Hausbibliothek mit 3000 Rosensorten. 1976 wurde die erst Weltrose gekürt. 1968 gründete sich zum Beispiel die 'World Federation of Rose Societies' in London und ich selbst durfte noch den aktuellen Chef der Österreichischen Rose Society auf einer Gartenmesse kennenlernen. Ich wäre dann das jüngste Mitglied (eine Zeit lang zumindest)

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Unterschieden werden Moderne Rosen nach der Wuchsform und Höhe des Strauchs in:

Beetrosen, Edelrosen, Strauchrosen, Kletterrosen, Schlingrosen/Rambler, Bodendecker, Zwerg und Miniaturrosen (Kleinstrauchrosen und Kaskarden)

oder nach dem Duft und der Blütenform beziehungsweise der Nutzbarkeit:

Blütenform: nostalgisch, edel, bienenfreundlich

als Einzelrosen oder Einzelrosen mit Beiknospen, Polyantha- oder Büschelrosen, Rosendolden

Parfumrosen, Schnittrosen und essbare Rosen

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Seit den Modernen Rosen gelingt es immer wieder Züchtern eine neue Rosengruppe einzuführen. 

Ein richtiger Hype gelang in den 1990er Jahren David Austin mit seinen 'Englischen Rosen'. Er kreuzte moderne Sorten wieder mit Historischen Rosen und erreichte robuste Rosen mit interessanter Farbigkeit, nostalgischem Aussehen und gutem bis starkem Duft. Meistens blühen diese Sträucher trotz Hagebutten, oder sind selbstreinigend, und sind deshalb für Wochenendgärten von 'Natur im Garten' Fans ideal. Sie brauchen nur viel mehr Platz im Garten, als auf dem Etikett angegeben ist.

Obwohl der Züchter Poulsen noch üppigere Serien an farbigen Beet und Strauchrosen nachsetzte, konnte er sich viel weniger am Markt durchsetzen. Wir sind trotzdem Fans. So blattgesunde und regenfeste Sorten sind selten. Es liegt aber wahrscheinlich auch daran, dass über die Märkte zu Ostern schon blühende Rosen aus Italien und Frankreich auf den Markt drängen und Dänemark um diese Jahreszeit viel weniger Sonnenstunden aufweist.

Nach einem kurzen Zwischenspiel der 'Essbaren Rosen', die vor allem für die Konditoren der Vitage-Hochzeitstorten interessant waren, und den bienenfreundlichen, wildrosenartigen Züchtungen mit eher wenig Duft, setzen sich im Moment stark duftende Edelrosen und Beetrosen, aber auch Miniaturrosen durch, da die Gärten immer kleiner werden, oder eine Terasse und ein Topf genügen müssen.

Die Rosa persica ist die größte Innovation der letzten Jahre. Da die Blütenblätter um die Staubgefäße eine hibiskusartige dunkle Färbung aufweisen, heben sich diese Rosen deutlich von allen bisherigen Züchtungen ab.

Chateau de Versailles

Die Blütenblätter sind innen leuchtend rot und außen strahlend weiß. Dieser Kontrast macht die Rose besonders charmant, aber die großen Blüten erfreuen auch noch mit einem angenehmen Duft und erscheinen den ganzen Sommer über. Sie wachsen einzeln auf langen Stangen, Der Strauch wächst mit gesundem Laub und verträgt Halbschatten. Der Wuchs ist mit 80 bis 100 cm überschaubar. Für gute Bodenverhältnisse sorgen, auflockern und gut düngen!