Rosen die zwischen 1867 und 1960 gezüchtet wurden.
1867 gelang es erstmalig eine Edelrose mit hoch-gebauter Blüte zu züchten. Ihr Name ist 'La France' und sie wurde von Guillot in Frankreich aus dem Genpool der Remontantrosen erschaffen. Etwas zwerghaft im Wuchs überrascht sie mit einer unglaublichen Blühfreude. Der Beginn einer neuen Ähra.
Alte Rosen habe schon Stammbäume, in denen sich die unterschiedlichsten Rosenklassen wiederfinden. Sie sind Kinder der Kreativität der unterschiedlichen Rosenzüchter (ja, meistens haben sich bisher Männer damit beschäftigt). Zwischen 1867 und 1960 sind sehr viele Rosenschulen und Züchterfamilien entstanden, wie etwa die Familien Delbard, Meilland und Gulliot in Frankreich, die Familien Kordes und Tantau in Deutschland, die noch immer auf den Rosenmarkt einen prägenden Einfluss ausüben.
In Deutschland sind Peter Lambert (1859 bis 1939), in der ehemaligen Tschechoslovakei Jan Böhm ( 1888 bis 1959) und im damaligen Österreich-Ungarn Rudolf Gschwind (1829 bis 1910) als wesentliche Vertreter zu nennen, von denen noch immer Rosenzüchtungen im Umlauf sind.
August Jäger stellte in den Jahren 1920 bis 1936 ein umfassendes Rosenlexikon zusammen. Die Publikation wurde durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Das Werk, in dem auf 768 Seiten 17.000 Rosenarten verzeichnet sind, wurde 1960 durch das Zentralantiquariat der DDR erstmals veröffentlich.
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11. Teerosen
Teerosen kamen bereits 1752 aus Kanton in China nach Schweden, dann 1759 nach England und von dort weiter nach Mitteleuropa. Sie wurden in ihrer Heimat bereits aus 'Rosa gigantea' x 'Rosa chinensis' gezüchtet und waren sehr beliebt und verbreitet. In Europa erwies sich die neue Rose aber als ungenügend winterhart. Die ersten Importe gerieten daher bald wieder in Vergessenheit. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts kamen neue Teerosen nach England und die Gärtner lernten mit den empfindlichen Exoten umzugehen. Wir haben zum Beispiel die Rose 'Glorie de Dijon' im Garten zu bewundern.
12. Noisetterosen
Die ersten Noisetterosen entstanden zu Beginn des 19. Jahrhunderts in South Carolina. John Champney züchtete, vermutlich aus Rosa × chinensis 'Old Blush' und einer Rosa moschata, die Sorte 'Champney´s Pink Cluster'. Sein Nachbar Philippe Noisette selektierte 1817 aus Sämlingen dieser Sorte 'Blush Noisette', die der ganzen Rosengruppe ihren Namen gab. Die Triebe sind glatt und nur mit einzelnen, kräftigen, hakenförmigen Stacheln besetzt. Die Blattstiele sind drüsig, die Blätter groß, scharf gesägt und glänzend. Die Blütenstiele sind meistens dünn, bilden Büscheln auf denen locker gefüllte Blüten sitzen. Der Duft ist von kaum bis sehr gut duftend. Diese Rosen geben einen sehr zarten Eindruck bei zum Teil beachtlicher Größe. Die Rose Mme Alfred Carrier zum Beispiel schafft zwischen 5 und 7 Meter Höhe. Die Farbigkeit ist meist rosa, weiß bis zu gelb in pudriger Qualität. Sehr blühfreudig, von extrem frostfest bis etwas heikel.
13. Moschus-Rosen
In einer Zeit, als möglichst vollkommene Remontant und Edelrosen gar nicht groß und pompös genug sein konnten, wandte sich Peter Lambert im 19. Jahrhundert in Deutschland einer ganz anderen Züchtungsidee zu. Er wünschte sich gesunde und robuste Gartenrosen. Er schuf somit die Basis der heutigen Polyantharosen. Poly bedeutet Viel - Blüten in Hülle und Fülle. Bei uns zu finden sind Vertreterinnen wie 'Ballerina', 'Mozart', 'Felicia', 'Queen of Musk' und 'Cornelia' beziehungsweise modernere Sorten und Bodendecker mit ähnlichen Eigenschaften.
14. Apfel-, Wein- und Kartoffelrosen
im 19. Jahrhundert begann Lord Penzance in England, die einheimischen Wildrosen für Kreuzungen mit den unterschiedlichsten Rosenzüchtungen zu verwenden. Oft werden sie, ob der dichten Bestachelung und dem robusten Wuchs als Heckenrosen bezeichnet. Unter dem Begriff Rosa rugosa finden sich auch viele öfterblühende Sorten.